Führung: Was wir von Wölfen lernen können

Von Patricia Staniek

Von den Wölfen in der freien Wildbahn kann man wertvolles über Leadership lernen bzw. führen einem die Wölfe das was man vielleicht eh schon weiss und in der Hinterkopfablage deponiert hat, mal wieder vors Auge. Wölfe leben in hochkomplexen sozialen Strukturen und arbeiten als perfektes Team aufgrund exzellenter Kommunikation!  Das ist ein wesentlicher Aspekt, den man sich von der Wolfsführung abschauen kann.  Führungskräfte denken oft, dass sie exzellente Kommunikatoren sind, das ihre Aufträge und Anweisungen klar und deutlich sind bzw. verstanden wurden. Doch die Realität zeigt ein anderes Bild.

 

Meistens sind die sozial kompetentesten Wölfe die Alphas, sprich Rudelchefs, manchmal auch die, die sich am Besten durchsetzen oder sich ihren Rang erkämpfen können. Die leistungsfähigsten Rudel werden meist von den sozial kompetentesten und sozial intelligentesten Wölfen geführt.  Sollte uns das zu denken geben? Denn oft steht auf Visitenkarten „Manager“,  „Abteilungsleiter“ und Papier ist geduldig. Denn wo Alpha draufsteht ist oft nicht Alpha drin. Die alleinige Macht der Position ist kein Garant, dass mit Kompetenz geführt wird.

 

Alpha-Wölfin und Alphawolf führen in 50:50 Kooperation ihr Rudel.  Mit einem logischen Unterschied – die Alphawölfin frisst zuerst, da sie die Welpen stillen muss. Sie arbeiten in perfektem Einklang. Die Alpha-Wölfin behält das Umfeld im Auge, scannt es und der Alpha-Wolf  setzt seine Handlungen zielorientiert. Definitiv ein Learning für Führungscouples. Freilebende Rudel bestehen weitgehend aus Familienmitgliedern und manchmal angenommenen Zuwachs aus anderen Rudeln.  Wölfe verfügen über ein enormes Maß an sozialer Intelligenz, wobei auch sie bei Revierkämpfen morden. Die Natur erfordert ihren Tribut. In den Rudeln herrscht komplexe Rollenvielfalt, jedes Tier ist exakt entsprechend seiner Fähigkeiten eingesetzt, wie z.B. als Beobachter, Jäger,  Treiber…  Angstfrei führen und angstfrei folgen scheint die dahinterlieende Philosphie zu sein. Die Jungwölfe werden von den Rudelmitgliedern ausgebildet und aufs Leben vorbereitet.  Ob dominant oder submissiv, ob heute mal Omega, Meuterer oder Mobber, asoziales Verhalten und Machtmissbrauch im Rudel wird geahndet und sofort bestraft.  Konflikte werden sofort ausgeknurrt oder ausgekämpft.  Das ist ein Unterschied zum Verhalten in Menschenrudeln. Viele Menschen sind nicht in der Lage einen Konflikt unmittelbar auszutragen oder ihn überhaupt aufs Tablett zu bringen.  Der Konflikt im Rudel wird ausgetragen und danach zur Tagesordnung übergegangen.  Wer Wölfe beobachtet oder mit ihnen in direktem Kontakt ist, kann die Gesetzmäßigkeiten von Kooperation und Kommunikation in „Beziehungen“ erlernen bzw. sich diese bewusst machen und Schritt für Schritt in den Alltag integrieren.  Diese wunderbaren Tiere haben schon den Einen oder Anderen so berührt und erreicht, dass er seine innere Haltung und Denke zum Wohle und Erfolg seines Teams verändert hat.

 

Die wichtigsten Learnings:

  • Gelungene Führung ist „exzellente Kommunikation und Kooperation“
  • Konflikte direkt und unmittelbar klären
  • Menschen  entsprechend ihrer Fähigkeiten einsetzen und die richtige Rolle oder Aufgabe geben
  • Führung ist Selbstorganisation – wer sich selbst nicht organisieren und führen kann, kann auch sein Menschenrudel nicht organisieren und führen
  • 2 Personenführung muss Sinn machen und abgestimmt sein
  • Wissen und Information muss weitergegeben werden

 

Bild: Manfred Staniek

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