„Das Rampensau-Gen gibt es nicht“

10 Profi-Tipps für eine starke Rede!
von Susi Krauseneck

Es ist die Königsklasse unter den Viel-Sprechern: die freie Rede. Und doch gibt es in der Republik wenige, die sie wirklich beherrschen. Die einen trauen sich nicht und kleben ewig an den über Wochen und Monate ausgefeilten Texten und Folien, die geschrieben sind, um sie zu lesen – nicht um sie zu hören. Die anderen reden frei ohne Punkt und Komma, ohne roten Faden und ohne ihre Zuhörer jemals mit Begeisterung und Verständnis zu fesseln.

 

Was fehlt sind Mut und Begeisterung!

Die meisten Reden oder Präsentationen klingen wie ein rückblickendes Business-Reporting über das letzte Halbjahr. Langweilig! Ohne Inspiration und vor allem ohne Begeisterung. Es folgen die gefürchteten Zahlen, Daten und Fakten zusammengefasst in x Folien, Tabellen und Grafiken. Dazu eine Menge Text und ein Sprecher, der mir alles, was ich auf der PowerPoint-Präsentation sehe, noch einmal Wort für Wort erklärt, bis ich endgültig nicht mehr weiß, soll ich mir die Ohren oder die Augen zuhalten, damit ich folgen kann. Was fehlt ist der Mut! Mut etwas zu verändern in der Art, wie wir kommunizieren.

 

Langweilen Sie noch oder begeistern Sie schon?

Der Fehler liegt schon im System. Die meisten Redner erwarten, dass sie Ihre Zuhörer mit der Aufzählung bloßer Fakten faszinieren, statt sich zu fragen: ist das, was ich sagen möchte interessant, relevant oder sogar inspirierend. Wie kann ich also meine Rede so aufbereiten, dass mir meine Zuhörer leicht folgen, wesentliche Teile des Inhalts behalten können und sich dabei nicht langweilen?

 

10 Tipps für eine erfolgreiche Präsentation:

  1. Formulieren Sie nicht banal, aber so einfach wie möglich. Sie schreiben fürs Hören, nicht fürs Lesen. Das heißt: keine Einschubsätze, maximal einen Nebensatz, und werden Sie konkret in Ihren Aussagen. Allgemein wirkt anspruchslos! Beanspruchen Sie viel mehr für sich die Ansprechhaltung eines Experten. Sie referieren über etwas, also wissen Sie darüber auch Bescheid. Eine Geschichte oder ein Bild macht Informationen konkret, vereinfacht komplexe Sachverhalte und bringt Klarheit und Verständnis.
  2. Wechseln Sie die Perspektive! Fragen Sie sich nicht, was will ich sagen, sondern warum ist das relevant für meine Zuhörer! Formulieren Sie diese Information für sich jeweils in einem Satz. Es wird Ihnen helfen nicht den roten Faden zu verlieren.
  3. Haben Sie Mut zu Redepausen zwischen Sätzen bzw. Absätzen. Das bringt Präsenz und betont wichtige Aussagen. Es zwingt Sie außerdem gegen Ihre Nervosität zu arbeiten. Damit wird die Sprechgeschwindigkeit reduziert und Ihre Stimmlage auf ein normales Niveau gebracht.
  4. Halten Sie sich mit Zahlen zurück bzw. stellen Sie sie in eine Relation durch Prozentzahlen, ein Beispiel oder einen Vergleich. Und fragen Sie sich mal ehrlich: wie viele Zahlen braucht es wirklich, um das zu sagen, was Sie sagen wollen.
  5. Finden Sie einen starken Einstieg und ein klares Ende. Bestenfalls arbeiten Sie mit einer Klammer. Kommen Sie am Ende Ihres Vortrags wieder auf Ihre Anfangsthese oder Botschaft zurück.
  6. Inspirieren statt langweilen: Zahlen und gewissenhaft zusammengetragene Informationen lassen Ihre Zuhörer eher kalt. Die einschätzende Wertung eines Experten wiederum macht Fakten interessant und greifbar, eine provokante These weckt die Neugierde und ein Ausblick in die Zukunft wirkt visionär.
  7. Vermeiden Sie Fremdwörter. Damit erreichen Sie oftmals nicht das gesamte Publikum. Außerdem wirkt es meist abgehoben und arrogant. Der wahre Experte schafft es Inhalte zu vermitteln, ohne in seine Fachsprache zu verfallen.
  8. Lächeln nicht vergessen! Aber bitte ein echtes Lächeln. Sie müssen ja kein Dauergrinsen auflegen. Ein freundliches Gesicht zeigt Offenzeit und generiert Sympathien. Bestenfalls wirkt es souverän, nur nicht überheblich!
  9. Wecken Sie in sich die Leidenschaft! Klingt platt, dennoch: es gibt nichts, das überzeugender ist als pure Leidenschaft – über jeden Inhalt hinaus. Wenn Sie nicht für das Thema brennen, tun es die anderen auch nicht. Da hilft auch keine perfekt ausgearbeitete Präsentation!
  10. „Kill your darling“ …sagen Journalisten. Heißt: Kürzen und reduzieren Sie Ihren Text auf das Wesentliche. Nicht der, der umfassend alle Informationen in den Inhalt packt ist derjenige, der im Kopf seiner Zuhörer landet, sondern der, der sich aufs Wesentliche beschränkt. Selbst hat man oft nicht den Blick für überflüssige Inhalte. Überprüfen Sie Ihre Rede daher kritisch auf unnötige Längen oder überlassen Sie das einem professionellen Sparringspartner.

Wer dauerhaft an einer erfolgreichen Performance arbeiten möchte sucht sich einen Kommunikationstrainer als Sparringspartner. Eine Videoanalyse im geschützten Raum gibt Ihnen Sicherheit und hilft Ihnen sehr schnell und gezielt Ihre Schwächen zu verbessern. Das oft benannte „Rampensau-Gen“ gibt es nämlich nicht. Gute Redner werden nicht geboren. Sie arbeiten hart an sich, lernen aus Ihren Fehlern und werden von Mal zu Mal besser. Und: Sie brennen für Ihr Thema!

 

Susi Krauseneck, Kommunikationstrainerin
www.krauseneck.de

 

Bild: lightpoet/depositphotos

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