Der große Irrtum

Lassen sich Emotionen und Gedanken trennen?

Wer glaubt, dass er sich ausschließlich rational oder nur emotional verhalten kann, irrt sich gewaltig. Dabei handelt es sich auch nicht um eine Frage von Glauben oder Wollen, sondern dies ist eine biologische Tatsache. Wir können Emotionen und Denken nur in unserer Vorstellung voneinander trennen, tatsächlich laufen die Prozesse parallel ab. Im selben Moment sind wir das, was wir fühlen und was wir denken. All unser Denken und Handeln ist von Emotionen durchdrungen. Gehirn, Atmung, Herz-Kreislauf-System, der Magen-Darm-Bereich und die Muskulatur erzeugen gemeinsam den emotionalen Zustand und unsere Gedanken. Besonders der Bauch und das Herz sind für Gedanken sehr empfänglich. Speziell bei Stress stehen Gehirn und Bauch in engem Austausch. Bewertet das Gehirn eine Aufgabe als Überforderung, reagiert es sofort mit entsprechenden Signalen. Der Darm erhält über den Direktdraht der sympathischen Nervenfasern einen Notruf. Die Durchblutung im Darm, die Schleimproduktion und die Verdauung werden zurückgefahren, damit für Hirn und Muskulatur mehr Energie bereitgestellt wird. Das löst in der Folge die typischen Empfindungen aus wie einen „flauen Magen“ oder das Gefühl, dass einem etwas „sauer aufstößt“.
Umgekehrt läuft es ebenso. Ein voller Magen sendet beruhigende Signale an das Gehirn und braucht entsprechend viel Energie. Das macht müde.

 

Das große Ganze

Bremst uns eine isolierte Betrachtung?

Bestform wird auch durch verkehrte Denkansätze verhindert. Überall werden heute Halblösungen angeboten. Das erkennt man zum Beispiel beim Blick in die Welt der Seminare und Fortbildungen. Es gibt „Herz-Trainer“, die sich um Emotionen kümmern, Mentaltrainer, die nur auf der Verstandesebene arbeiten, und Fitness-Coaches, die den Körper formen. Damit werden die Energien isoliert.
Wenn du etwa in deinem Job in Bestform kommen willst, brauchst du einen Coach, der dich in deiner Ganzheit betrachtet, das heißt deinen Körper, deine Emotionen und deinen Verstand. Fehlt dir zum Beispiel Motivation, dann nutzt es nichts, wenn dein Coach dich täglich um den Häuserblock scheucht. Er sollte besser deine mentalen Blockaden erkennen und beheben. Erst wenn Körper, Geist und Herz zusammen und in Gleichklang sind, kommst du in Bestform!
Auch für dich gilt: Bestform entsteht im Kopf, denn der Gedanke ist der erste Impuls. Doch im Anschluss muss der Zustand „verherzt“ und „verkörpert“ werden, um dieses Hochgefühl zu erlangen. Wenn du deine Gedanken und Emotionen nicht eins zu eins verkörperst, wirst du nie in Bestform kommen.

 

 

 

 

 

Thomas Schlechter ist ein bekannter
Business-Coach und Autor des Buches
„100% Bestform im Business“
thomasschlechter.de

 

 

 

Bilder: Jeanette.Dietl/depositphotos, Thomas Schlechter