Farben im Büro: Der schwarze Anzug ist auf dem Rückzug

In den deutschen Büros ist es in den letzten Jahren bunter geworden. Viele Unternehmen haben sich davon verabschiedet, ihren Angestellten einen bestimmten Dresscode vorzuschreiben. Sogar die Sparkassen verzichten inzwischen auf die Krawattenpflicht. In vielen Büros hat sich das Casual Outfit durchgesetzt. Dabei gibt es allerdings einige Feinheiten zu beachten.

Es ist kein Geheimnis, dass das äußere Erscheinungsbild am Arbeitsplatz eine wichtige Rolle spielt. Im Berufsleben sagen die Kleidung und ihre Farbe auch meistens etwas über das Gegenüber aus. Früher gab es an vielen Arbeitsplätzen eine klare Kleiderordnung: Frauen tragen im Büro ein Kostüm oder einen Hosenanzug, Männer natürlich Sakko und Krawatte. Diese Zeiten sind aber allmählich vorbei. Der Casual Look ist auf dem Vormarsch. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er zwar chic und angemessen ist, zugleich aber nicht steif und formell wirkt. Neben den klassischen Farben für Anzüge und Blusen wie Schwarz, Grau oder Dunkelblau, kommen jetzt auch anderen Töne ins Spiel. Aber nicht jeder Casual-Stil ist gleich.

 

Auf das richtige Casual kommt es an

Smart Casual, Business Casual oder Casual Chic – hinter diesen Bezeichnungen verbergen sich feine Abstufungen. Der Business-Casual-Stil liegt am nächsten am formellen Look. Hier kann man zwar auf die Krawatte verzichten, aber der Anzug in gedeckten Farben ist trotzdem noch Pflicht. Smart Casual umfasst die elegante Freizeitkleidung. Dieser Stil ist noch relativ formell, hat aber aufgelockerte Elemente. Für Frauen bedeutet das: Hosen oder Röcke, kombiniert mit einer farbigen Bluse. Die Männer können bei diesem Look auf ein Sakko nicht verzichten. Es darf aber durchaus ein Muster oder eine ausgefallenere Farbe haben. Die Zwischenlösung ist der Casual-Chic-Stil. Er wird sehr häufig am Freitag getragen. Manche Arbeitgeber erlauben es den Angestellten, am letzten Tag der Woche etwas legerer ins Büro zu kommen, dem Casual Friday. Da ist der Smart-Casual-Stil eine gute Wahl. Er kombiniert ein formelles Outfit mit lockeren Details, wie einer bunten Handtasche oder hochwertigen Sneakers, vorzugsweise in Weiß.

 

Mehr Farben und Kombinationen wagen

Weit verbreitet ist auch die lockerste Variante: Der einfache Casual Look. Hier darf es auch mal eine Jeans in Kombination mit einem Pullover sein – farbige oder dezent gemusterte Modelle sind definitiv erlaubt. Auch eine weite Bluse in Verbindung mit einer bunten Chino-Hose passt ins Büro. Männer können auch zum Polohemd greifen. Es gibt keine Farbe oder Kombination, die es bei diesem Style nicht gibt. Doch sollte der richtige Look auch immer noch angemessen für das professionelle Umfeld sein. Deswegen sind Hosen mit einer auffälligen Waschung oder Pullover mit großen Aufdrucken auch weiterhin unüblich. Farbige Sneakers aus Leder oder Wildleder sind aber in Ordnung, sofern sie nicht zu sportlich oder zu auffällig sind. Wer noch neu in der Firma ist, der sollte bei der Kleiderwahl zunächst ein wenig zurückhaltender sein und im Zweifel doch noch zum formelleren Stil greifen. Der Blick auf die Kollegen verrät meist schnell, welcher Stil angemessen ist.

 

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