Mode und Lifestyle – Du bist, was du trägst

Der erste Eindruck zählt! Das trifft gerade in unserer schnelllebigen Welt zu, wo sich nur wenige die Zeit nehmen, die inneren Werte ihres Gegenübers zu erkunden. Vielen Menschen ist es deshalb wichtig, mit ihrer Kleidung direkt ihre Persönlichkeit auszudrücken. Umgekehrt lassen sich oft vom jeweiligen Outfit Rückschlüsse zum Charakter der Person ziehen. Die folgenden Stilrichtungen und Persönlichkeitstypen sind dabei modische Dauerbrenner.

 

Der Trendsetter – immer up to date

Zugegeben: Wer auf alten Fotos oder auf dem Dachboden entdeckt, was er noch vor zehn Jahren trug, kann sich Schamgefühlen nicht ganz erwehren. Selbst Modemuffel gehen langsam mit der Zeit und folgen unbewusst den verschiedenen angesagten Strömungen. Wahre Trendsetter schließen sich dabei allerdings nicht blindlings den Massen an, sondern sind mutig genug, immer neue Kreationen vorzuführen. Diese finden sie am Puls der Metropolen oder auf den Laufstegen provokanter Designer. 

Die absoluten Must-Haves für Trendsetter 2019 sind:

  1. Die Radlerhose: Früher nur im Turnunterricht geduldet, trifft man sie heute in Kombination mit Oversize-Sakkos in den Modemetropolen.
  2. Batikstoffe: Was wir als Schulkinder im Handarbeitsunterricht herstellten, ziert jetzt Sakkos, Tops, T-shirts und Taschen. Im Jahr 2019 allerdings in Neonfarben.
  3. Plastikschuhe: Aktuell sind Sandalen mit transparenten Riemchen angesagt, durchsichtige Blockabsätze oder volltransparente Stiefeletten.
  4. Fransen: Von der Westernjacke bis zum Kleid im 20er-Jahre-Stil – Fransen sollen laut Modefachleuten im Herbst 2019 ihren großen Auftritt in der Fashion-Welt bekommen.
  5. Animal-Prints: Ob Tiger, Zebra, Leopard oder Kuhfell – die tierischen Muster bereichern aktuell alles vom Overall bis zur Stiefelette. 

Allgemein sind Trendsetter gern die ersten, die eine Stilrichtung zu Markte tragen. Ob Edgy, Boho, oder Urban – sie frönen einem Stil gern dann, wenn er noch wenig verbreitet ist. Sind schließlich alle anderen mit auf den Zug aufgesprungen, sucht sich ein wahrer Trendsetter längst eine neue Richtung. Dies betont seine Individualität in einer Welt, die viele Menschen in die Uniformität zwingen will.

 

Preppy und klassisch – hier treffen sich Land-Adel und Businesswelt

Menschen, die klassische Outfits bevorzugen, setzen auf Qualität in den Materialien und auf elegante Schnitte. Diese tragen sie jedoch nicht zwangsweise als Anzug oder Business-Kostüm. Aktuelle Trends wie Seidenblusen mit Volants, asymmetrische Ausschnitte und gewickelte Oberteile und Kleider bringen, richtig kombiniert, eine klassische Note mit. Dabei werden Muster nur sparsam eingesetzt – dunkle und neutrale Töne wie Anthrazit, Marine, Dunkelbraun oder Blau beherrschen das Gesamtbild.

Wer trägt gern klassische Mode?

Mit dem klassischen Modestil assoziieren wir spontan beruflichen Erfolg und eine konservative Einstellung. Daher nutzen viele Menschen den Stil zeitweise, um bei wichtigen Terminen einen kompetenten und seriösen Eindruck zu vermitteln. Für Klassik-Liebhaber in der Mode bedeutet das Outfit jedoch keine Verkleidung. Sie schätzen auch über die Kleidung hinaus profunde Werte wie Handarbeit, Charakterstärke und konservative Geldanlagen. 

Neben dem Outfit ist es aber im Grunde das komplette Erscheinungsbild, mit dem wir uns auf Erfolgskurs bringen können. Wer gezielt mit seinem Auftritt einen guten Eindruck sorgen möchte, muss dabei das gesamte Styling berücksichtigen. Auch eine gut sitzende und typgerechte Frisur oder gepflegte Nägel machen hier den Unterschied. Darüber hinaus zählt natürlich auch die persönliche Ausstrahlung – etwa ein gewinnendes Lächeln oder eine aufrechte, selbstbewusste Körperhaltung. 

Preppy – klassisch und trendbewusst

Insgesamt will der Preppy-Stil eine Atmosphäre erzeugen, die dem Upper-Class-Leben an der US-Ostküste ähnelt. Hier pendelt man zwischen der Ivy League Universität und dem Sommerhaus in den Hamptons und verbringt seine Freizeit beim Segeln oder Golfen. Kein Wunder, dass Mitglieder einer Familie mit Tradition oder erfolgreiche Geschäftsleute sich gern mit diesen Federn schmücken. Wer nicht in gesellschaftlich höchsten Kreisen verkehrt, kann sich mit Preppy-Elementen in seiner Garderobe trotzdem einen Hauch von Luxus gönnen.

 

Urban, Street, Athleisure – Sportliches liegt im Trend 

Mit einem Blick auf Jeans und Turnschuhe der 1980er Jahre erkennt man: Der sportliche Stil existiert bereits seit Dekaden. Kein Wunder, denn er ist der beste Ausdruck von Jugendlichkeit, Aktivität und einer unkomplizierten Persönlichkeit. Viele Menschen verbinden mit dem Anblick sportlicher Outfits einen Charakter, der bodenständig ist und keine Vorurteile gegen andere hegt. „Pferde stehlen“ lässt es sich mit sportlichen Schuhen schließlich besser als in High-Heels – so lautet zumindest das Klischee.

Seit der Jahrtausendwende prägen sportliche Elemente schließlich auch die allgemeinen Trends: Urban, Street und Athleisure sind die vorherrschenden Richtungen. Als Kernelement gelten Jeans und Sneaker. Gerade Letztere haben in den vergangenen Jahren auch die Laufstege erobert und sind zum Trendaccessoire schlechthin geworden. Sneakerfans können inzwischen aus einer riesigen Bandbreite wählen – von immer angesagten Retro-Klassikern über zurückhaltend und schlichte Turnschuhe bis hin zu aktuellen Trendmodellen. 

In diesem Zusammenhang hat sich sogar ein komplett eigenes Vokabular herausgebildet: Wenn beim nächsten Drop (Release eines neuen Schuhs) wieder richtig Heat (die richtig coolen Exemplare) dabei ist, hat der Sammler alles richtig gemacht. Mit dabei sind auch Elemente des Hip-Hops wie Mützen und die typischen Hoodies sowie Anleihen aus der Fußballermode.

Street Style trifft Haute Couture

Auch die Haute Couture lässt sich vom Street Style der Metropolen inspirieren und präsentiert viele Elemente, die über die bloße Bequemlichkeit hinausgehen: Sport-Tops und Radlerhosen werden mit übergroßen Sakkos kombiniert. Neonfarbene Sneaker, transparente Taschen und auffällige Prints setzen Highlights. Selbst mit dem Outdoorbereich gibt es Überschneidungen: Funktionale „Wandersneaker“ mit Leder und Membrangewebe präsentieren das Motto: Urban goes Outdoor.

Die meisten sportlichen Menschen lieben es unkompliziert, damit fällt es ihnen auch modisch leicht, sich an unterschiedliche Anlässe anzupassen. So lässt sich ein sportliches Outfit mit wenigen Handgriffen „veredeln“, um es zu einem seriöseren Event zu tragen. Unter die Bikerjacke zieht Frau dann einfach eine elegante Seidenbluse an oder kombiniert zur sportlichen Jeans die exklusive Chanel-Jacke. Ein edles Teil genügt, um die sportliche Garderobe aufzuwerten. Ganz gemäß dem Lebensgefühl der Street- und Urban-Träger: Weniger ist mehr.

 

Boho – der Hippie-Stil für Kreative

Boho ist die Abkürzung für Bohemian und bedeutet so viel wie „künstlerisch“ oder „unkonventionell“. Die dazugehörige Mode beschreiben Magazine häufig auch als Hippie- oder Vintage-Stil. Ziel der Kreationen ist es, ein Flair zu vermitteln, das man etwa auf dem Woodstock-Festival vermuten würde. Doch auch wer aktuell zu Festivals wie Coachella oder Burning Man pilgert, entdeckt den Boho-Style überall. Kennzeichnend sind weit fallende Stoffe, lange Schnitte und Ethno-Accessoires. Dabei dominieren helle und warme Farben das Bild.

Zentrale Elemente des Boho-Stils sind:

  1. Naturmaterialien wie Leinen, Samt, Chiffon, Seide, Leder, Jeans und Baumwolle
  2. mehrlagige Tragweise 
  3. verschwenderischer Umgang mit Accessoires wie Armbänder, Sonnenbrillen, Ketten, Gürtel, Ohrringe, Stirnbänder, Tücher und Hüte
  4. keine Neonfarben
  5. florale und ethnisch inspirierte Muster
  6. Schnitte mit hoher Taille, ausgestellten Rock- und Hosenschnitten, Spitze, gestrickten Details und Überlänge
  7. nicht mehr als vier Farbschattierungen in einem Outfit: Schwarz, Grau oder Braun als Basis mit Gold, Rot oder Purpur-Highlights

Auch Männer dürfen im Boho-Style zu Schmuck greifen: Lederbänder, Talismane, Ketten und Ethno-Elemente kollidieren hier nicht mit der maskulinen Ausstrahlung. Schließlich kleidet der Boho-Style vor allem Aussteiger, die sich gegen gesellschaftliche Konventionen wenden. So wie sich einst die Hippie-Generation gegen Politik und Modediktate ihrer Zeit stellte. 

Boho als Wohngefühl

Das Boho-Lebensgefühl macht schließlich vor dem Lebensumfeld nicht Halt. Wer nicht gerade Besitzer eines alten VW Bulli, des legendären T1 ist, umgibt sich zumindest mit Wohndetails der Epoche: Korbstühle, Lederpoufs und Naturfaserteppiche. Ein Retro-Element, das gleichzeitig topaktuell ist, sind Batik-Stoffe. 

Insgesamt symbolisiert der Boho-Style Weltoffenheit und eine entspannte Haltung. In einer Anwaltskanzlei liegen Modebegeisterte damit sicher nicht ganz richtig. Viele Berufstätige, die in anspruchsvollen Gebieten arbeiten, rücken mit dem Hippie-Chic in der Freizeit aber gern ihre kreativen Seiten in den Vordergrund.

 

Fazit

Kleider machen Leute – diese über 100 Jahre alte Devise wird wohl auch in alle Zukunft gelten. Mit Stil lassen sich gewisse Persönlichkeitsmerkmale hervorbringen, doch nicht gänzlich vorspielen. Den Lifestyle einer bestimmten Moderichtung sollte der Träger auch authentisch fühlen; ansonsten wirkt er verkleidet. 

Aus dem Bauch heraus greifen wohl die meisten von uns zu einem Stil, der mit ihrer Figur und ihrem Charakter harmoniert. Mit dem richtigen Outfit, dass auch rundum zur Persönlichkeit passt, gelingt ein souveräner und selbstbewusster Auftritt. 

 

 

Bilder: stock.adobe.com/nenetus, Danon, Goffkein