Nicht zu unterschätzen: Die richtige Umsetzung der Candidate Journey

Beim Bewerbungsprozess müssen nicht nur die Bewerber Tipps befolgen, um beim potenziellen neuen Arbeitnehmer zu punkten – auch die Recruiter selbst müssen überzeugen. In Zeiten des Fachkräftemangels und hoher Ansprüche der Generation Y muss der Bewerbungsprozess für die Kandidaten schnell, unkompliziert und transparent ablaufen. Recruiter, die neue Talente für sich begeistern wollen, müssen daher auf eine optimale Candidate Journey setzen.

Unter dem Begriff Candidate Journey versteht man den aus verschiedenen Kontaktpunkten bestehenden Recruiting-Prozess zwischen Unternehmen und Jobsuchendem und die jeweiligen individuellen Erfahrungen, die der Bewerber währenddessen sammelt. Recruiter versuchen sich in die Arbeitssuchenden hineinzuversetzen, um den Kandidaten eine optimale Candidate Journey zu ermöglichen und so Talente für sich zu gewinnen. Eine gelungene Candidate Journey unterteilt sich in fünf Phasen:

  1. Über Unternehmen informieren
  2. Bewerbung
  3. Auswahlverfahren und Ergebniskommunikation
  4. Onboarding
  5. Mitarbeiterbindung

Informationen zum Unternehmen

In Phase eins beginnt die Reise der Kandidaten mit der Suche nach allem, was Jobs und die jeweiligen Unternehmen betrifft. Damit Interessenten sich für ein Unternehmen entscheiden, ist es wichtig, dass sie schnell an alle wichtigen Informationen zum potenziellen neuen Arbeitsplatz gelangen.

Laut einer Studie zum Thema Jobsuche, durchgeführt vom Unternehmen Career Builder und der Macromedia Hochschule München, spielt für 76 Prozent der Befragten der Standort eine sehr wichtige Rolle, ob sie sich für oder gegen eine Bewerbung entscheiden, gefolgt von Gehalt (73 Prozent), Anforderungsprofil (60 Prozent), Ruf und Präsentation der Firma (jeweils 25 Prozent) und Zusatzleistungen für Arbeitnehmer (24 Prozent). Die Wenigsten (13 Prozent) lassen die Stellenanzeige selbst in ihre Entscheidung für oder gegen die Bewerbung mit einfließen.

Bewerber wünschen sich vor allem mehr Informationen zur Unternehmenskultur – laut der Studie haben es nur 40 Prozent der Firmen geschafft, die Kultur passend darzustellen.

Bewerbung schreiben

In der zweiten Phase bewirbt sich der Kandidat – je schneller und einfacher der Bewerbungsprozess abläuft, desto besser. Denn vor allem qualifizierte Fachkräfte sind nicht mehr bereit, sich stundenlang mit einer Bewerbung zu befassen. Aus diesem Grund sind One-Click- und Mobile-Bewerbungen bei den Kandidaten gern gesehen – genauso wie die klassische E-Mail-Bewerbung. Ein alternativloses Online-Formular hingegen ist für viele Arbeitssuchende bereits Grund genug, sich nicht zu bewerben.

Auswahlverfahren und Ergebniskommunikation

Der erste Kontakt zwischen Bewerber und Recruiter entsteht in der dritten Phase. Potenzielle neue Arbeitnehmer erwarten nach dem Abschicken ihrer Bewerbung eine Eingangsbestätigung – am besten innerhalb von 24 Stunden. Des Weiteren heben sich Unternehmen positiv ab, wenn sie die Bewerber kurz über die nächsten Schritte informieren.

Auch beim Auswahlverfahren in der vierten Phase spielen die richtige Kommunikation und Zeitmanagement eine wichtige Rolle. Das Verfahren von der Eingangsbestätigung der Bewerbung, über die Einladung zum Vorstellungsgespräch bis hin zur Ergebniskommunikation sollte nicht länger als sechs Wochen dauern. Die Mehrheit der Bewerber (circa 87 Prozent) bevorzugt ein persönliches Vorstellungsgespräch gegenüber einem Gespräch am Telefon (43 Prozent). Besonders unbeliebt sind Einstellungsverfahren mit Video-Interview oder Assessment Center – diese Art der Bewerbungsgespräche lehnen rund 68 bzw. 62 Prozent der Befragten ab.

Entscheidet sich ein Unternehmen gegen einen Bewerber, sollte ihm dies in Form einer schriftlichen Absage richtig übermittelt werden.

Onboarding

Haben sich beide Parteien für eine Zusammenarbeit entschieden, geht es in die fünfte Phase – das Onboarding. Auch hier kommt dem richtigen Zeitmanagement hohe Priorität zu. So sollte der Arbeitsvertrag unbedingt dem neuen Mitarbeiter zeitgerecht zum Unterschreiben vorliegen. Außerdem ist es wichtig, wird dass der neue Mitarbeiter seinem Team zeitnah vorgestellt wird. Neue Mitarbeiter wünschen sich von ihrem Arbeitgeber insbesondere am Anfang, dass Informationen sowohl zum Unternehmen als auch zur neuen Stelle bereitgestellt werden. Des Weiteren ist ihnen ein fester Ansprechpartner wichtig.

Mitarbeiterbindung

In der letzten Phase, die bis ein Jahr nach Arbeitsbeginn geht, entscheidet sich, ob der neue Mitarbeiter der Firm längerfristig erhalten bleibt wird. Dies erlangen Unternehmen unter anderem durch eine transparente Kommunikation, konstruktives Feedback und Wertschätzung in Form von Lob, Vertrauen und Gehalt.


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